
Der LinkedIn Videofeed ist weg! Panik oder Chance?
Warum der LinkedIn-Video-Hype nicht das gebracht hat, was viele erhofft haben und was jetzt zu tun ist.
Der LinkedIn-Videofeed ist (vorerst) Geschichte und viele Corporate Influencer und Content Creators sind in heller Aufregung. Warum? Reichweiteneinbruch! Sichtbarkeit weg! Aber mal ehrlich. War der Videofeed wirklich der Heilsbringer für gutes Content Marketing?
Natürlich ist Sichtbarkeit wichtig, aber zu welchem Preis?
Keine Frage: Reichweite ist wertvoll. Wer online sichtbar ist, hat mehr Chancen, gehört zu werden, sich als Experte zu positionieren und sein Netzwerk auszubauen. Ohne Sichtbarkeit geht es nicht. Aber entscheidend ist qualitative, relevante Sichtbarkeit, und nicht bloße Zahlen um der Zahlen willen.
Es geht nicht darum, einfach nur sichtbar zu sein. Es geht darum, mit der Sichtbarkeit auch sein Ziel zu erreichen.Und genau hier hat der Videofeed auf LinkedIn oft nicht funktioniert.
LinkedIn-Videos: Qualität vor Quantität. Nachhaltige Sichtbarkeit entsteht nicht durch Reichweiten-Hacks, sondern durch relevante, authentische Inhalte.
Lasst uns die Fakten anschauen:
- Ja, die Video-Upload-Rate ist explodiert – fast 40 % mehr Videos.
- Ja, LinkedIn hat das aktiv gepusht – weltweit haben Redaktionen Creator dazu animiert, E-Mails verschickt, Mini-Kurse angeboten.
- Ja, viele Videos sahen gleich aus – Einheitsbrei statt Kreativität.
Und das ist genau das Problem! Die meisten Videos folgten der gleichen Formel:
“Ich habe drei Tipps für dich…”
Aber nichts Wildes, nichts Überraschendes. Statt echter Kreativität gab es massenweise uninspirierte Copy-Paste-Formate.
Wer hat den Videofeed wirklich genutzt?
Ich kenne niemanden, wirklich niemanden persönlich, der den Feed aktiv konsumiert hat. Natürlich war ich auch dabei. Natürlich konnte man mit einem einzigen Video 500.000, 600.000 oder sogar fast eine Million Aufrufe generieren. Aber war das wirklich relevante Reichweite? War das qualitative Sichtbarkeit? Nein. Es war reine Quantität, random Views ohne echten Impact.
Was sagt LinkedIn™️ selbst?
LinkedIn selbst hat per E-Mail an einige Creator kommuniziert:
„Bei Videos auf LinkedIn sehen wir weiterhin eine Steigerung der Watch Time im Vergleich zum Vorjahr um 36 % und es werden aktuell doppelt so viele Videos wie andere Formate erstellt.“
Klingt nach Erfolg, oder? Aber dann kommt der Knackpunkt:
„Um dieses starke Wachstum zu unterstützen, haben wir Möglichkeiten getestet, euch relevante Videoinhalte anzuzeigen - einschließlich eines Video-Tabs in der App und eines Moduls namens ‚Videos für Sie‘ im Feed.“
Und genau diese Module wurden jetzt entfernt.
„In den nächsten Monaten werden wir unsere Videofunktionen weiter optimieren – damit ihr leichter für euch relevante Inhalte entdecken könnt.“
Das bedeutet: LinkedIn verabschiedet sich nicht von Videos, sondern experimentiert mit neuen Formaten. Ein Beispiel ist das Einbinden vertikaler Videos im "normalen" Feed, was vorher ja auch der Fall war.
„Ab heute testen wir ein neues Format für vertikale Videos im Feed, das eure Videos durch eine auffällige Gestaltung hervorheben soll.“
LinkedIn verspricht, dass Videos weiterhin eine große Rolle spielen werden und dass ein neues vertikales Videoformat getestet wird. Das bedeutet: Die Plattform rudert nicht komplett zurück, aber der Hype um den separaten Videofeed war offenbar nicht nachhaltig genug.

Ja, ich habe selbst mitgespielt und ziehe meine Lehren daraus
Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich sagen würde, ich hätte mich komplett aus der Sache herausgehalten. Auch ich habe mitgespielt. Auch meine Videos landeten im Feed und natürlich habe ich dabei von der künstlichen Reichweite profitiert.
Aber rückblickend? Die riesigen Aufrufzahlen haben wenig gebracht. Kein nachhaltiges Wachstum, keine echte Community-Bindung, sondern eher nur random Quantity statt echter Qualität.
Keine Videos mehr? Nein!
Auf keinen Fall ist das die richtige Antwort. Meine Empfehlung ist, weiterhin auf Video zu setzen, weil…
- Videos die höchste Engagement-Rate haben. Bewegtbild zieht mehr Aufmerksamkeit als reine Text- oder Bildposts.
- Authentizität in Videos besonders gut transportiert wird. Menschen vertrauen Menschen und das zeigt sich am besten in einem Video.
- LinkedIn Videos nicht abschafft, sondern optimiert. Der Feed mag weg sein, aber Videos bleiben ein wichtiger Teil der Plattform.
- Videos ein essenzieller Bestandteil einer vielseitigen Content-Strategie sind. Kombiniert mit Artikeln, Slideshows und Podcasts entsteht ein nachhaltiges Content-Ökosystem.
Wichtig ist aber, nicht einfach nur Videos zu machen, weil es alle tun, sondern Videos mit Substanz, die echten Mehrwert bieten. Also Qualität vor Quantität und dein eigenes Format finden, anstatt sich in Trends pressen zu lassen.
🎙️Podcast Tipp
Emotionen schlagen USP - Was eine wirklich starke Markenstory ausmacht
In dieser Episode spreche ich mit Daniel Heinen darüber, wie man Marken eine unverwechselbare, menschliche Identität gibt und warum klassische USPs allein nicht mehr ausreichen
Déjà-vu? Das Gleiche passierte mit dem LinkedIn-Live-Audios
Kommt euch das bekannt vor? Der separate Audiofeed auf LinkedIn hatte dasselbe Schicksal. Erst große Ankündigungen, dann forcierte Nutzung durch Creator – und am Ende die Ernüchterung: Er wurde still und heimlich abgeschaltet.
LinkedIn wollte Clubhouse nacheifern, doch das Konzept ging wohl nicht auf. Obwohl bei den Aufio Crrator ging es serh wohl auf. Jetzt wollte man vielleicht zu sehr das "seriöse Business- TikTok" sein und merkt, das man sich da verrenne könnte.
Christian Rahn
LinkedIn™ Top Voice 2024/2025
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Was jetzt? Meine Tipps für Creator:
- Videos bleiben wichtig, aber inhaltliche Qualität zählt. Setzt nicht auf den nächsten Algorithmus-Hack, sondern auf echte Inhalte.
- Authentizität schlägt Trends. Wer sich ständig in Formate presst, wirkt beliebig. Mach dein Ding, aber optimiere es.
- Denk über den Tellerrand hinaus. Videos sind nur ein Baustein. Podcasts, Slideshows, Artikel und Karussellsspielen genauso eine Rolle.
- Bau langfristig deine eigene Reichweite auf. LinkedIn kann morgen wieder etwas ändern – eine eigene Community oder ein eigener Newsletter gibt dir Unabhängigkeit.
- Poste mit Strategie. Sichtbarkeit ist gut – aber nur, wenn sie auch ein Ziel verfolgt. Frag dich immer: Was will ich mit meinem Content wirklich erreichen?

Videos bleiben, aber LinkedIn rudert offensichtlich etwas zurück
Videos sind und bleiben ein wichtiges Format. Aber vielleicht hat LinkedIn erkannt, dass es nicht blind TikTok hinterherlaufen muss. Zumal TikTok selbst schon wieder in eine ganz andere Richtung geht. (Wer darüber diskutieren möchte – let’s talk!)
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Herzlichst, Christian Rahn
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